Als EMA (Exponential Moving Average) bezeichnet man gleitende Durchschnitte, die angewendet werden, um einen Kursverlauf zu glätten.

 

Hierbei kann man die Zeitintervalle völlig frei einstellen. So bedeutet ein EMA von 20 auf einem Tageschart beispielsweise den Durchschnitt der 20 letzten Schlusskurse jeden Tages. Je kürzer das Intervall gewählt ist, desto näher bewegt sich der gleitende Durchschnitt am aktuellen Kurs. Gebräuchlich sind überwiegend Gleitende Durschschnitte von 20,50,100 und 200 Perioden.

 

Gleitende Durchschnitte sind hilfreich, um einen Trend anzuzeigen. Gleichzeitig dienen sie als Widerstands – und Unterstützungszonen.

 

Wie kann man nun gleitende Durchschnitte zum Traden verwenden? Gemäß dem Sprichwort “the Trend is your Friend” wird man als Trader versuchen, einen Trendwechsel zu identifizieren und diesen solange zu “reiten”, bis er sich wieder umkehrt. Gleitende Durchschnitte lassen sich hierbei – vor allem in Kombination – als Trendfolgeindikatoren benutzen.

 

Ein Beispiel anhand des Charts von AUD/USD: Hier sind folgende EMA’s eingezeichnet:

 

  • EMA 10 – gelb
  • EMA 20 – blau
  • EMA 50 – rot

 

 

Links oben erkennen Sie im ersten Kreis, wie sich alle EMA’s zusammenziehen und sozusagen fast auf einer Linie liegen. Das ist immer ein Zeichen für einen Ausbruch, entweder nach oben oder nach unten.

 

Kurz danach sehen wir einen Ausbruch nach unten. Der Kurs bleibt ca. 4 Wochen unter dem kurzen EMA 10, bis er ca. weitere 3 Wochen später den EMA 20 von unten nach oben durchbricht.

 

Hier wird es nun spannend. Wenn der Kurs auch noch den roten EMA 50 durchbrechen sollte, könnte man von einem Trendwechsel von fallend auf steigend ausgehen.

 

Im weiteren Verlauf sehen wir jedoch, dass der Abwärtstrend fortgesetzt wird. Nach etwa zwei Wochen ein erneuter Versuch, den blauen EMA 20 zu durchbrechen, aber auch hier scheitert der Versuch und es folgt ein weiterer Abwärtstrend, der den Kurs von AUD/USD von einem Hoch zu Beginn von 0,94 auf ein Tief am 07.01.2015 von 0,80 fallen lässt.

 

Seit dieser Zeit steigt der Kurs wieder an, der kurzfristige EMA 10 hat den mittelfristigen EMA 20 von unten nach oben gekreuzt. Der etwas risikofreudigere Trader kann hier bereits auf steigende Kurse spekulieren, ohne einen engen Stopp-Loss zu vernachlässigen, in der Hoffnung, dass es sich nicht wie die beiden Male vorher um einen Fehlausbruch handelt. Etwas konservative Trader warten hingegen ab, bis der Kurs auch den roten EMA 50 durchbrochen hat, natürlich auch hier einen Stopp-Loss setzen, denn im Devisenhandel ist zu jeder Zeit alles möglich.

 

Abschliessend lässt sich sagen, dass man mit der Kombination von 3 gleitenden Durchschnitten ein vernünftiges Trendfolgesystem hat, das bei entsprechender Disziplin gute Ergebnisse liefern kann.  Im Sinne eines Kapitalerhaltes möchte ich dennoch nochmals den Hinweis geben, dass das Setzen eines Stopp-Loss von entscheidender Bedeutung ist. Es ist unmöglich, jeden Trade zu gewinnen, aber es ist möglich, den Verlust eines Trades im Vorfeld zu begrenzen. Machen Sie sich daher vor Eröffnung eines Trades Gedanken darüber, wieviel Sie bereit sind, zu riskieren und halten Sie Ihren Stopp-Loss unter allen Umständen ein. Selbst als risikobereiter Trader sollten Sie niemals mehr als 10% Ihres Kapitals riskieren, in der Regel beträgt die Verlustbegrenzung eher 5%, bei größeren Konten auch nur etwa 2%.

 

Ich wünsche Ihnen erfolgreiche Trades !

 

Ihr

Andreas Orth